Übungsbauwerke
HVS Kummersdorf, Schießbahn und Nebenbatterie Ost
Objektdaten [3]

  • Bau ab 1875
  • Inbetriebnahme 1880
  • Breite ca. 250 m, nutzbare Länge bis zur Feuerstellung Schulzendorf 12959 m (Regellänge 10200 m)
  • 55 Beobachtungsstände
  • Nebenbatterie Ost (Anschusswall, Handwaffenstände, Beschuss von Panzerplatten)
Lageskizze

Nutzungsgeschichte

  • Erprobungsplatz der preußischen Artillerie-Prüfungskommission (A.P.K.)
  • 03.05.1881 Genehmigung zum Bau eines Panzerturms [2]
  • 27.05.1882 Fertigstellung eines Panzerturms mit 4,85 m Durchmeser und 15-cm-Kanone [2]
    ("Großer Geschützstand" bzw. Schumann-Turm)
  • 03.06. bis 08.07.1882 Schießversuche aus dem Turm, danach Beschuss mit 15-cm- und 17-cm-Kanonen
    sowie mit 21-cm-Mörser [2]
  • 15.10.1883 bis 20.02.1884 Bau der 750-mm-spurigen Schießplatzbahn durch Eisenbahnpioniere
    (parallel zur Westseite) [7]
  • 1884 Erprobung einer verbesserten Geschützführung am Panzerturm [2]
  • 14.02.1884 Genehmigung des Kriegsministeriums zum Bau eines Panzer- und Gewölbeziels
    als Ausschnitt eines zeittypischen Forts [2]
  • 01.08.1884 Baubeginn des Panzer- und Gewölbeziels mit mehreren Befestigungszielen [2]:
    - 5 m breiter Hohlgang mit verschiedenen Deckenkonstruktionen,
    - Zerschellschicht aus 75 cm Beton mit 1 m Sandzwischenlage,
    - Panzerlafette für 15-cm-Kanone,
    - Hartguss-Panzerstand für 21-cm-Mörser,
    - Grabenstreichen aus Gruson'schem Hartguss [4]
  • 03.03.1885 bis Ende Mai 1885 Beschuss des Panzer- und Gewölbeziels [2]:
    - mit 21-cm-Mörser aus 2000 m (80 Blind- und 252 Sprenggranaten C/83),
    - mit 28-cm-Mörser aus 3000 m (68 Blindgranaten C/76)
  • Juli 1886 Beschuss des mit Granitbeton verstärkten Panzer- und Gewölbeziels mit 21-cm- und 28-cm-Sprenggranaten sowie einer Panzerlafette mit 21-cm-Haubitze und von zwei Senkpanzern mit 53-mm-Hotchkiss-Kanonen [2]
    (vmtl. "Kleiner Geschützstand" 1 und 2)
  • Ende 1893 Bau eines neuen Gewölbeziels (Beton auf Ziegelschalung) [2]
  • nach 1900 Versuche mit drahtbewehrtem Beton und Wellblechschalung [2]
  • in 1920er Jahren Munitionsberäumung
  • Versuchsstelle des Heereswaffenamtes
  • in 1930er Jahren Errichtung von Zielgruppen und Bunkerzielen (u.a. Mauerwerks- und Betongewölbe)
    zur Erprobung betonbrechender Munition [3]
  • 1934 Bau einer Messanlage für die Geschoss-Anfangsgeschwindigkeit [3]
  • 1945-50 Demontage und Schrottgewinnung
  • 1958-60 zwischen km 5,2 und 6,8 überbaut mit GSSD-Flugplatz Sperenberg
  • seit Februar 2007 denkmalgeschützt
Quellen

[1] Informationen von A. Baumgarten
[2] Frobenius: "Unsere Festungen: Entwicklung des Festungswesens in Deutschland ...", Vossische Buchhandlung, Berlin 1912
[3] Fleischer: "Heeresversuchsstelle Kummersdorf", Dörfler Verlag GmbH, Eggolsheim
[4] DAWA-Nachrichten, Heft 15/1990
[5] fortifikation, Heft 11/1997
[6] Waffen-Arsenal 173 "Nahverteidigungswaffen am Westwall, Atlantikwall u.a.", Podzun-Pallas-Verlag GmbH, Wölfersheim-Berstadt 1998
[7] Verkehrsgeschichtliche Blätter, Heft 6/2014