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Untertage-Verlagerungen & Mineralöl-SicherungsplanHintergründe, Decknamen, Standorte
Untertage-Verlagerungen
Angesichts zunehmender alliierter Luftangriffe auf die deutsche Rüstungsindustrie und ihre Zulieferer plante das Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion ab Mitte 1943 die oberirdische Dezentralisierung und die Verlagerung kriegswichtiger Produktion in vorhandene oder neu anzulegende unterirdische Anlagen. Grundlage dafür war der "Führererlass" vom 28.06.1943, in dem die "Sicherstellung von Räumen zur Aufnahme von Rüstungsfertigungen aus luftgefährdeten Gebieten und zur Unterbringung von Rüstungsarbeitern in luftgeschädigten Gebieten" gefordert wurde.
Bereits am 01.07.1943 legte das "Reichsamt für Bodenforschung" eine tabellarische Übersicht der deutschen Höhlen vor. Die Eignung von Naturhöhlen für Verlagerungsprojekte wurde im August 1943 durch die "Höhlennachweis-Abteilung" des Wehrwissenschaftlichen Institutes für Karst- und Höhlenforschung - einer SS-Organisation - untersucht und insgesamt negativ bewertet. Im Ergebnis wurde im mitteldeutschen Raum nur die "Heimkehle" bei Uftrungen frühzeitig für eine Produktionsverlagerung der Junkers-Werke ausgebaut. Der wachsende Bedarf an geschützten Produktionsstätten ließ Ende 1944 weitere Höhlenprojekte folgen, die aber - abgesehen von einigen Kunstguteinlagerungen - durchweg nicht realisiert wurden.
Ab Mitte 1943 prüfte man auch die Eignung von Bergwerks- und Schachtanlagen, von denen einige bereits als Munitionsanstalten des Heeres und der Luftwaffe genutzt wurden. Im August 1943 begannen der Ausbau und die Erweiterung des vorhandenen Tanklagers der "Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft m.b.H." im Kohnstein bei Nordhausen als erstes Großprojekt einer Untertageanlage. Ab dem 04.03.1944 forcierte der "Jägerstab" (später "Rüstungsstab") unter Vorsitz von Albert Speer die geschützte Rüstungsproduktion für die Luftwaffe, nachdem der Reichsluftfahrtminister Hermann Göring bereits am 10.10.1943 die schnellstmögliche Erstellung bombensicherer Produktionsstätten für die Flugzeugindustrie gefordert hatte. Mit Wirkung zum 01.05.1944 wurde der Leiter der OT-Zentrale, Ministerialdirektor Franz Xaver Dorsch, von Speer zum Chef des Amtes Bau im Reichsministerium ernannt. Adolf Hitler persönlich ordnete die Durchführung von sechs "Jägerbauten" an. Die I. Dringlichkeitsstufe des Jägerstabs sah mit Stand August 1944 eine Fertigungsfläche von 3 Mio. m2 vor, davon 2,1 Mio. m2 untertägig, der Rest in Bunkern. Zur Sicherstellung der benötigten Bergarbeiter wurden Wehrmachtsangehörige vom Einsatz zurückberufen. Ab Herbst 1944 rückten Neuauffahrungen von Stollenanlagen in den Vordergrund, da vorhandene unterirdische Hohlräume (Bergwerke, Keller, Höhlen, Tunnel) größtenteils vergeben bzw. weitere für Verlagerungen nicht nutzbar/geeignet waren.
Die wenigen Verlagerungsprojekte der "1. Welle" wurden als A-Vorhaben (Nutzung vorhandener, ggf. bergbaulich zu erweiternder unterirdischer Anlagen) und B-Vorhaben (neu anzulegende unterirdische Anlagen) bezeichnet. Die Realisierung der zehn A-Vorhaben war generell in Verantwortung der SS und mit dem Einsatz von KZ-Häftlingen vorgesehen. Die Anlagen sollten "schlüsselfertig" an den Verlagerungsbetrieb übergeben werden.
Die Zuordnung von OT-Baunummern und Decknamen erfolgte ab April 1944 und wurde nachfolgend mehrfach revidiert. Der Anfangsbuchstabe eines Decknamens sollte dem der zugehörigen Rüstungsinspektion entsprechen, was jedoch nicht umgesetzt wurde. Zu diesem Zeitpunkt bereits vergebene Decknamen früher Verlagerungsprojekte blieben unverändert.
Vergabe von Decknamen [9]
Gruppe I - Bergbau
Schachtanlagen Säugetiere
Stollenanlagen Fische, Amphibien, Reptilien
Gruppe II
Verkehrstunnel Vögel
Gruppe III
Festungswerke Pflanzen
Gruppe IV
Naturhöhlen Münzen
Gruppe V - Neubauten
Stollenauffahrungen Geologie, Gesteine, Minerale
Stahlbetonbunker männliche Vornamen
nicht zugeordnet
Kelleranlagen weibliche Vornamen
Sonderbauvorhaben S, Vornamen
Das Vergabeschema bietet eine grobe Orientierung, welches Objekt hinter einem Decknamen zu erwarten ist. Es gibt jedoch Abweichungen in der Bezeichnung. So kann z.B. der Ausbau eines vorhandenen Bergwerks den Decknamen einer Stollenauffahrung tragen. Nicht jede U-Verlagerung erhielt einen Decknamen und bei einigen Objekten wechselten die (geplanten) Nutzer und Decknamen in den Jahren 1944/45 mehrfach. Zusammen mit den staatlichen Behörden (Deutsche Reichsbahn, Bergämter, Gauleitungen, etc.) wurden noch bis Anfang 1945 geeignete Verlagerungsstandorte im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten gesucht, neue Decknamen zugewiesen und geologische Gutachten erstellt.
Die für die Objekte vergebenen Baunummern der "Organisation Todt" (OT) lassen eine gewisse Systematik erkennen:
Vergabe von OT-Baunummern
1 bis 100 Erstprojekte, Schachtanlagen
1xx, 1xxx Bergwerksanlagen (einschl. Erweiterungen)
2xx, 2xxx Verkehrstunnel
3xx, 3xxx Großbunker, Festungswerke
4xx Naturhöhlen
5xx, 5xxx Stollenauffahrungen, Bunker
6xx, 6xxx Kelleranlagen
Aus der Baunummer den Fertigstellungsgrad einer Anlage abzuleiten, funktioniert in einigen Fällen, ist aber insgesamt betrachtet falsch. Die Nummer charakterisiert den Bautyp einer Anlage jedoch eindeutiger als der vergebene Deckname.
Die Anlagen wurden anfangs durch zivile, später durch reichseigene Firmen geplant. Die reichseigene Berliner "Rüstungskontor G.m.b.H." gründete für Planung und Grunderwerb der Objekte im Oktober 1944 die "Industriekontor G.m.b.H." als Tochtergesellschaft. Diese vergab für die Verlagerungsprojekte eigene dreistellige Nummern, wobei die erste Ziffer der zuständigen OT-Einsatzgruppe entsprach. Ab Dezember 1944 wurden die Bauvorhaben der OT-Einsatzgruppen III und IV aus der Wernigeroder Knaben-Mittelschule verwaltet ("Außenstelle Nordwest" der Industriekontor G.m.b.H. = "Dienststelle Wernigerode" der Rüstungskontor G.m.b.H.). Die Roh- und Ausbauarbeiten erfolgten unter der Regie sowohl großer deutscher Bauunternehmen als auch regionaler Firmen und aufgrund des Zeitdruckes zumeist mit dem Einsatz tausender Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge.
Für die Standortwahl von Stollenauffahrungen waren geologische Stabilität und Standsicherheit, ein schneller Vortrieb (Sandstein, Kalkstein, Gips/Anhydrit, etc.), eine ausreichende Überdeckung als Bombenschutz und nach Möglichkeit eine vorhandene oder leicht zu schaffende Infrastruktur (Straßenzufahrt, ggf. Eisenbahnanschluss, Elektrizität, Wasser) ausschlaggebend. Nicht jedes deutsche Mittelgebirge erfüllte diese Anforderungen, so dass man z.B. in Thüringen die untertägigen Hohlbaue von Schieferbergwerken trotz der überwiegend ungünstigen Infrastruktur in Betracht zog. Kleinere Untertageanlagen entstanden bei geeigneter Topografie auch direkt an den Fabriken.
Anfang 1945 wurden die für U-Verlagerungen notwendigen Materialtransporte zunehmend eingeschränkt und der Neubau untertägiger Anlagen von der schriftlichen Genehmigung der zuständigen Rüstungskommission abhängig gemacht. Zu Kriegsende wurde die Situation immer chaotischer. Selbst kleinste Objekte mit wenigen hundert Quadratmetern kamen nun für die Rüstungsproduktion in Betracht. Decknamen vergab man nicht in jedem Fall. Der Stollenvortrieb in den begonnenen Anlagen wurde mit allen Mitteln forciert. Für den Bereich des "Mittelwerks" existiert nachfolgende Übersicht vom Januar 1945:
Arbeitskräfteeinsatz im Bereich der Bergamtlichen Sonderstelle Ilfeld
B3 Woffleben 920 deutsche und 110 ausländische Arbeitskräfte, 3142 Häftlinge
B11 Niedersachswerfen 1730 deutsche und 667 ausländische Arbeitskräfte, 2122 Häftlinge
B12 Woffleben 1014 deutsche und ausländische Arbeitskräfte, 1393 Häftlinge
B17 Ellrich 201 deutsche und 172 ausländische Arbeitskräfte, 287 Häftlinge
Dachs IV Osterode 893 deutsche und 911 ausländische Arbeitskräfte
Bis zum allgemeinen Baustopp im April 1945 wurden nur wenige der geplanten Verlagerungsstandorte tatsächlich baulich realisiert und die Produktion durch die Verlagerungsbetriebe aufgenommen. Die mehrfach wechselnden Zuweisungen von Betrieben mit unterschiedlichen Anforderungen machten einen gezielten und schnellen Ausbau der untertägigen Anlagen mit den begrenzten personellen und materiellen Ressourcen unmöglich. Einige Anlagen konnte man noch im Rohbau fertigstellen, andere sind nicht über das Projektstadium hinaus gekommen. Die frühzeitig begonnenen A- und B-Vorhaben der "1. Welle", die in Regie der SS und mit leistungsfähigen Baufirmen realisiert wurden, darunter Verlagerungen des "Jägerprogramms", waren am weitesten fortgeschritten. Es gab Verlagerungsprojekte, die von den Unternehmen selbst finanziert, geplant und gebaut wurden und deshalb keine Decknamen erhielten. Der allgemeine Mangel an Baustoffen und Arbeitskräften ließ keine mit den staatlichen Projekten vergleichbare Stollenanlagen zu. Die fertiggestellten Anlagenteile wurden in der Regel zu Luftschutzzwecken genutzt.
Mineralöl-Sicherungsplan
In den Jahren 1942/43 erreichte die deutsche Mineralölindustrie ihre größte Jahresproduktion an Flugbenzin und Motorentreibstoffen. Der Bedarf der Luftwaffe konnte trotzdem nicht gedeckt werden; die lieferbare Qualität blieb hinter den Kraftstoffen der Alliierten zurück. Ein forciertes Rüstungsprogramm für Waffen, Munition und Panzer, das ab Februar 1942 durch den Reichsminister für Bewaffnung und Munition, Albert Speer, initiiert wurde, vernachlässigte zudem den erforderlichen Ausbau der synthetischen Treibstofferzeugung.
Am 12.05.1944 fand ein massiver Angriff amerikanischer Bomber auf die Hydrierwerke in Leuna, Böhlen, Zeitz, Lützkendorf und Brüx statt, der zu einem Produktionausfall von ca. 570 000 t Treibstoff führte. Im Rüstungsministerium erkannte man die Gefahr für die deutsche Kriegswirtschaft. Eine Krisensitzung am 22./23. Mai brachte keine realisierbaren Vorschläge für den direkten Schutz der Mineralölwerke, erstmals dachte man jedoch über eine Dezentralisierung und Verlagerung unter Tage nach.
Am 30.05.1944 wurde der Leiter des Hauptausschusses Munition im Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion, Edmund Geilenberg, zum "Generalkommissar für Sofortmaßnahmen beim Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion" ernannt. Bis Ende Juni 1944 erarbeitete er, ausgestattet mit umfangreichen Vollmachten, zusammen mit Carl Krauch (Generalbevollmächtigter für Sonderfragen der chemischen Erzeugung) einen Maßnahmeplan, mit dem der kriegsbedingte Produktionseinbruch in der deutschen Mineralölindustrie kompensiert werden sollte. Das Papier sah eine Vielzahl von Anlagen, vor allem zur Herstellung dringend benötigter Treib- und Schmierstoffe für Luftwaffe, Heer und Kriegsmarine vor. Vorgelegt wurde es am 01.08.1944 als "Mineralöl-Sicherungsplan" (später auch als "Geilenberg-Programm" bezeichnet). Handlungsbedarf war dringend gegeben: zwischen März und Juni 1944 sank aufgrund alliierter Luftangriffe die Flugbenzinerzeugung von 5 800 auf 623 Tagestonnen. Im Sommer 1944 tendierte die Produktion der Hydrierwerke gegen Null.
Kriegsbedingt wurde die "Mineralöl-Baugesellschaft m.b.H." - bestehend aus den Gesellschaftern I.G. Farbenindustrie A.G., Hugo Stinnes G.m.b.H., Gelsenkirchener Berwerks-A.G., Rheinische Braunkohlen-A.G., Ruhrchemie A.G. und Mitteldeutsche Braunkohlen-A.G. - vom Geschäftssitz Berlin in die Luckenwalder Hindenburg-Schule verlagert. Von dort aus betreute sie - zusammen mit den im September 1944 gebildeten Einsatzgruppen der "Organisation Todt" - zahlreiche Verlagerungsprojekte des Mineralöl-Sicherungsplans im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten. Generalunternehmer war in den meisten Fällen die Deutsche Bergwerks- und Hüttenbau-Gesellschaft m.b.H. als Tochter der REIHMAG - Reichswerke A.G. für Berg- und Hüttenbetriebe "Hermann Göring". Anfang November 1944 wurden angesichts der Kriegslage nur noch 12 Projekte priorisiert und zahlreiche Stollenanlagen aufgrund fehlender Baukapazitäten zu Gunsten von "Freiverlagerungen" gestrichen.
Änderung von Standorten
Dachs IV Miltitz-Roitzschen - Lohsdorf b. Melk/Donau - Osterode/Harz
Dachs V Lautzsch b. Olmütz - Willingen/Sauerland
Jakob V Miltitz-Roitzschen - Bögerhof b. Rinteln/Weser
Jakob IX Nachterstedt - Hedersleben
Krebs I Rottleben - Ambrock b. Hagen
Molch VI Nachterstedt - Derenburg
Ofen 39/40 Dornreichenbach - Deutsch Brod
Schwalbe II Halberstadt/Thekenberge - Probstzella - Königstein
Schwalbe III Braunsdorf b. Tharandt und Barbarossahöhle - Porschdorf/Polenztal
Schwalbe V Berauntal b. Prag - Berga/Elstertal
Taube I Halberstadt/Thekenberge - Deggendorf b. Regensburg
Die Anlieferung von Rohöl und der Abtransport der Fertigprodukte erfolgte mit Kesselwagen, deshalb war für alle Anlagen ein Zugang zum Streckennetz der Deutschen Reichsbahn unverzichtbar. Dieser erfolgte über vorhandene Industrieanschlüsse bzw. wurde neu erichtet. Eine weitere Bedingung war die Brauchwasserbereitstellung mit bis zu 1000 m3 pro Stunde. Standorte an Bächen und Flüssen konnten diesen Bedarf decken, anderenorts musste das Wasser teils über kilometerlange Rohrleitungen herangeführt werden.
Die wenigen bis zum Baustopp im April 1945 noch fertiggestellten oberirdischen Destillationsanlagen erreichten nicht mehr die geplanten Kapazitäten, da die Bereitstellung von Rohöl zunehmend schwieriger wurde. Die dort produzierten Kraftstoffe blieben für den Kriegsverlauf bedeutungslos.
Anlage DACHS
- Funktion: Aufarbeitung von Rückständen der Erdöldestillation (aus Anlage OFEN) zu Schmieröl
- Auftraggeber (außer IX): D.B.H.G. Deutsche Bergwerks- und Hüttenbau-Gesellschaft m.b.H., Berlin-Charlottenburg
- Planung (I, VI): Friedrich Uhde K.G., Dortmund
- Planung (III): Heckmann & Langen G.m.b.H., Breslau
Anlage ILTIS
- Funktion: Benzinveredlung
- Auftraggeber: D.B.H.G. Deutsche Bergwerks- und Hüttenbau-Gesellschaft m.b.H., Berlin-Charlottenburg
Anlage JAKOB
- Funktion: einfache Crack-Anlage, in Verbindung mit Anlage OFEN
- Auftraggeber (außer XI): D.B.H.G. Deutsche Bergwerks- und Hüttenbau-Gesellschaft m.b.H., Berlin-Charlottenburg
- Planung (I bis V): Fa. Erich Hoffmann, Berlin-Lankwitz
- Ausführung (I bis V): Rheinmetall-Borsig A.G., Berlin-Tegel
- Planung (VI, VII, VIII): Gutehoffnungshütte A.G., Abt. Industriebau, Sterkrade
- Ausführung (VI, VII, VIII): Brünn-Königsfelder Maschinen- und Waggonfabrik A.G., Brü#;nn-Königsfeld
- Planung/Ausführung (IX, X): Carl Still, Recklinghausen
- Bauten: Destillationskolonne, Dampferzeugung, 2 Betontanks (500 m3) für Rohöl, 2 Tanks (100 m3) für Diesel
und Benzin, 4 Stahltanks (20 m3) für Fertigprodukte, Rückstandsbehälter
Anlage KARPFEN
- Funktion: Fischer-Tropsch-Anlage für Autobenzin und Diesel
- Auftraggeber: D.B.H.G. Deutsche Bergwerks- und Hüttenbau-Gesellschaft m.b.H., Berlin-Charlottenburg
- Planung/Ausführung: LURGI Gesellschaft für Wärmetechnik m.b.H., Frankfurt am Main
- Besonderheiten: Aufstellung in Gaswerken
Anlage KUCKUCK (Ku)
- Funktion: Isooctan- und Polymerisationsanlage für hochwertiges Flugbenzin
- Auftraggeber: Industriekontor G.m.b.H., Berlin
- Planung/Ausführung: Mineralöl-Baugesellschaft m.b.H., Berlin
Anlage LACK
- Funktion: Ligroin- oder Lackbenzinanlage
Anlage MOLCH
- Funktion: Roh-Bi-Ö-/Roh-Di-Öl-Anlage auf Braunkohlenteerbasis
- Auftraggeber: D.B.H.G. Deutsche Bergwerks- und Hüttenbau-Gesellschaft m.b.H., Berlin-Charlottenburg
- Planung (I, II): LURGI Gesellschaft für Wärmetechnik m.b.H., Frankfurt am Main
- Planung (III bis VI): Friedrich Uhde K.G., Lützen
Anlage OFEN (On)
- Funktion: Kleindestillieranlage zur Autobenzin- und Dieselgewinnung auf Rohölbasis
- Auftraggeber (außer 39-41): D.B.H.G. Deutsche Bergwerks- und Hüttenbau-Gesellschaft m.b.H., Berlin-Charlottenburg
- Planung: Mineralöl-Baugesellschaft m.b.H., Berlin
- Besonderheiten: Aufstellung in Steinbrüchen, Prototyp 1942/43 für Kaukasus-Einsatz durch Heckmann & Langen
G.m.b.H., Breslau entwickelt [6]
- Bauten: 2 Destillationskolonnen, Rückstandskühler, Dampferzeugung, Trafostation, 2 Betontanks (500 m3) für Rohöl,
2 Betontanks (600 m3) oder Gruben für Rückstände, 4-6 Stahltanks (80 m3) für Fertigprodukte, Luftschutzstollen
- Kosten: 1,2 bis 1,5 Mio. RM je Doppelanlage
Anlage ROST
- Funktion: Behelfsdestillieranlage als Reserve für OFEN-Anlagen
- Auftraggeber: D.B.H.G. Deutsche Bergwerks- und Hüttenbau-Gesellschaft m.b.H., Berlin-Charlottenburg
- Planung (I, III): Dr. C. Otto & Co. G.m.b.H., Bochum
Anlage SCHWALBE (Schw)
- Funktion: Dehydrieranlage für hochwertiges Flugbenzin aus Steinkohlen- oder Braunkohlenteer
- Auftraggeber: Industriekontor G.m.b.H., Berlin
- Planung/Ausführung (I bis IV): Mineralöl-Baugesellschaft m.b.H., Berlin
Anlage TAUBE
- Funktion: Crack-Anlage zur Autobenzin- und Heizölgewinnung aus Rückständen der Erdöldestillation (aus Anlage OFEN)
- Auftraggeber: D.B.H.G. Deutsche Bergwerks- und Hüttenbau-Gesellschaft m.b.H., Berlin-Charlottenburg
- Planung/Ausführung (II): Carl Still, Recklinghausen
Anlage WÜSTE (We)
- Funktion: Ölschieferverschwelung
- Auftraggeber (I bis X): D.B.H.G. Deutsche Bergwerks- und Hüttenbau-Gesellschaft m.b.H., Berlin-Charlottenburg
- Planung: Mineralöl-Baugesellschaft m.b.H., Berlin
- Besonderheiten: Aufstellung bei Schieferbrüchen
Objektliste (Auswahl)
Deckname Bauwerk ▲ |
Deckname Anlage ▲ |
Typ ▲ |
OT-Nr. ▲ |
OT-Gr. ▲ |
IK-Nr. ▲ |
RüIn ▲ |
BL ▲ |
Ort ▲ |
Objekt / Lage ▲ |
gesperrt/ Baubeginn |
aufgehoben/ Baustopp |
Nutzer ▲ |
Produkt |
Fläche verfügbar |
Fläche geplant |
Fertigst. geplant |
Aus- bau |
Bemerkungen |
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Bu ... Bunkeranlage Bw ... Stollenanlage (Bergwerk) Fe ... Festungswerk Hö ... Naturhöhle Ke ... Kelleranlage Sch ... Schachtanlage (Bergwerk) St ... Stollenauffahrung Tu ... Verkehrstunnel OT-Nr. ... OT-Bauwerksnummer OT-Gr. ... OT-Einsatzgruppe RüIn ... Rüstungsinspektion |
BB ... Brandenburg BE ... Berlin BW ... Baden-Württemberg BY ... Bayern HB ... Bremen HE ... Hessen MV ... Mecklenburg-Vorpommern NS ... Niedersachsen NW ... Nordrhein-Westfalen SA ... Sachsen-Anhalt SH ... Schleswig-Holstein SN ... Sachsen TH ... Thüringen |
AT ... Österreich CZ ... Tschechien PL ... Polen SK ... Slowakei | |
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Quellen
[1] Wichert: "Decknamenverzeichnis deutscher unterirdischer Bauten des zweiten Weltkrieges", Verlag Schulte, Marsberg 1993
[2] CIOS File No. XXXII-17: "Underground Factories in Central Germany", Juni 1945
[3] CIOS File No. XXXII-94: "Description of German underground plants"
[4] USSBS: "Underground and dispersal plants in Greater Germany", Januar 1947
[5] USSBS: "Strategic air attack on the German oil industry, Appendix B", Januar 1947
[6] Karlsch, Stokes: "Faktor Öl", Verlag C. H. Beck, München 2003
[7] Baranowski: "Rüstungsproduktion in der Mitte Deutschlands 1929-1945", Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2013
[8] CIA Information Report vom 11.10.1948
[9] BArch R 3/275, R 3/436, R 3/443, R 3/1637, R 3/1840, R 3/1893, R 3/1906, R 3/1907, R 3/3010, R 3/3295, R 3/3301, R 3/3302, R 3/3310, R 3/3314, R 3/3315, R 121/688, R 121/690, R 121/691, R 121/1200, R 121/1359, R 121/1360, R 121/1489, R 121/1517, R 121/1518, R 121/1524, R 121/1526, R 121/1688, R 121/1739, R 3101/31170, R 3101/31172, R 3101/31173, R 3101/31176, R 3101/31177, R 3101/31178, R 3101/31179, R 3101/31180, R 3101/31181, R 3101/31182, R 3101/31183, R 3101/31184, R 3101/31186, R 3101/31187, R 3101/31189, R 3101/31190, R 3101/31191, R 3101/31193, R 3101/31196, R 3101/31207, R 3101/31208, RW 21-13/7
[10] BArch R 3101/31192 - Grundsätze für die Tarnbezeichnung der unterirdischen Verlagerungsbauten, Erlass vom 15.4.44
[11] BArch R 3112/130 - Mineralöl-Sicherungsplan vom 01.08.1944
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