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Streckenunterhaltung
Entwicklung der Verwaltungsstruktur

- um 1840 Anstellung von Oberbahnwärtern bei der Leipzig-Dresdner Eisenbahn
- 15.11.1858 Bildung der Königl. Direktion der westlichen Staatseisenbahnen in Leipzig und der
Königl. Direktion der östlichen Staatseisenbahnen in Dresden
- 01.07.1869 Bildung der Königl. Generaldirektion der Sächsischen Staatseisenbahnen in Dresden
- 11.1872 Umbenennung der Oberbahnwärter in Bahnmeister
- 04.1874 Einrichtung von Abteilungs-Ingenieurbüros
- 04.03.1893 Umbenennung der Abteilungs-Ingenieurbüros in Bauinspektionen
- 01.01.1910 Umbenennung der Bauinspektionen in Bauämter
- 24.11.1918 Einrichtung der böhmischen Staatsbahndirektion Teplitz
- 01.04.1920 Staatsvertrag über den Übergang der Staatseisenbahnen auf das Reich
- 31.12.1920 Auflösung der "Zweigstelle Sachsen" des Reichsverkehrsministeriums
- 07.1921 Einführung der Bezeichnung "Deutsche Reichsbahn"
- 07.07.1922 Bildung der Reichsbahndirektionen (RBD) mit alter Struktur
- 30.08.1924 "Reichsbahngesetz" zur Gründung der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (DRG)
- 11.10.1924 Geschäftsaufnahme der DRG
- 01.07.1927 Bezeichnungen der Bauämter mit arabischen Ziffern; Umbenennung der Dresdner Bauämter
- 15.05.1928 Abschaffung der sächsischen Kürzel für die Bahnmeistereien
- 01.02.1929 Auflösung der Betriebsdirektionen; Umbenennung der Bauämter (Ba) in Betriebsämter (BA)
- 01.10.1934 Übergang BA Altenburg, Leipzig 3, Leipzig 4, Leipzig 5 zur RBD Halle
- 10.02.1937 DRG wird unter Reichshoheit gestellt und fortan als Deutsche Reichsbahn (DR) bezeichnet
- 04.07.1939 "Reichsbahngesetz", Umbenennung der Betriebsämter in Reichsbahn-Betriebsämter (RBA)
- 17.07.1943 bei der RBD Halle entfällt der Zusatz "(Saale)"
- 01.10.1945 Bildung RBD Cottbus (RBA Cottbus, Finsterwalde, Hoyerswerda)
- 31.07.1946 Auflösung der Reichsbahn-Betriebsämter; Bildung von Reichsbahnämtern
- 01.07.1951 Abkürzungen RBD und RBA werden zukünftig mit Kleinbuchstaben geschrieben
- 30.04.1953 Gründung des Ministeriums für Eisenbahnwesen (ab 26.11.1954 Ministerium für Verkehrswesen)
- 01.04.1954 Rbd Halle: Auflösung Rba Altenburg, Torgau
- 01.04.1955 Wechsel Rba Bautzen zur Rbd Cottbus
- 01.10.1990 Auflösung Rbd Cottbus (Rba Bautzen zur Rbd Dresden, Rba Cottbus und Finsterwalde zur Rbd Berlin)
- 01.01.1992 Auflösung der Reichsbahnämter, Bildung von Betriebsabteilungen (Ba)
- 01.07.1993 Zusammenfassung zu den Bm Bautzen, Chemnitz, Dresden und Zwickau (Struktur der späteren Netzbezirke)
- 01.01.1994 Zusammenschluss von DB und DR zur Deutsche Bahn AG, Auflösung der Reichsbahndirektionen
Sekundärbahnen und Bahnverwaltereien
Die am 01.07.1878 als Reichsgesetz erlassene "Bahnordnung für deutsche Eisenbahnen untergeordneter Bedeutung" ermöglichte neben der Rückstufung bestehender Haupt- zu Nebenbahnen und der damit verbundenen vereinfachten Betriebsführung auch die Verdichtung des Eisenbahnnetzes durch den gezielten Neubau von Nebenbahnen. Die Generaldirektion der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen konnte damit umfangreiche Einsparungen bei Bau und Betrieb erzielen. Die Baukosten wurden durch eine Vereinfachung des Oberbaus und der Ingenieurbauwerke sowie durch typisierte, funktionale Hochbauten auf den Betriebsstellen minimiert. Die geänderten Trassierungsparameter der Nebenbahnen, kleinere Radien und eine steilere Gradiente, ließen einen kostengünstigen Bau durch enge Flusstäler zu. Durch den Bahnanschluss neuer Gebiete des Königreiches wuchsen die Einnahmen im Personen- und Güterverkehr. Mit der Aufnahme des schmalspurigen Eisenbahnbaus erhielten auch bisher abgelegene Ortschaften einen Zugang zum Schienennetz, was wiederum die dortige Industrie förderte und der Staatsbahnverwaltung zu zusätzlichen Frachteinnahmen verhalf.
Die Bewachung der Bahnübergänge wurde mit dem Nebenbahnbetrieb abgeschafft und durch Pfeif- und Läutesignale ersetzt - die "Bimmelbahn" war geboren. Die sächsische "Sekundärbahn-Verordnung" vom 15.04.1882 regelte das "Miteinander" der Verkehrsteilnehmer. Da die Bahnlinien oftmals neben oder auf Straßen verliefen, war dies dringend notwendig. Der Aufwand für die Streckenunterhaltung wurde aufgrund der geringeren Geschwindigkeiten von 15 bis 30 km/h erheblich reduziert. Für zahlreiche Strecken wurden Bahnverwalter eingesetzt. Der Bahnverwalter übernahm neben der Aufsicht über den Bahnbetrieb und die unterstellten Bahnstationen auch die Funktion des Bahnmeisters der gesamten Strecke. Der Dienstsitz befand sich im Empfangsgebäude eines Bahnhofs der Strecke. Für die Streckenunterhaltung waren Bahnwärter zuständig, die im Gegensatz zu den Hauptbahnen jedoch längere Streckenabschnitte betreuten. Die Bahnverwalter unterstanden bis zum 01.08.1892 der Generaldirektion, danach den Ingenieur-Bezirken bzw. Betriebs-direktionen. Die letzten Bahnverwaltereien wurden zum 01.02.1929 aufgelöst und die Streckenabschnitte vorhandenen oder neu eingerichteten Bahnmeistereien zugeordnet.
Bahnmeistereien
Die einzelnen Eisenbahnstrecken wurden in Bahnmeisterstrecken (bis 1872 Oberbahnwärterstrecken) zwischen den Bahnhöfen unterteilt und mit römischen Zahlen fortlaufend nummeriert. Die zugehörigen Bahnmeistereien erhielten nach dem Streckenkürzel diese römische Zahl, die unterstellten Bahnwärterhäuser die arabische Ziffer der Bahnmeisterstrecke und fortlaufende Kleinbuchstaben. Dieses System bestand bis zur Umstruktierung unter der Deutschen Reichsbahn im Jahr 1928. Die preußischen Bahnmeistereien wurden ohne erkennbare Streckenzuordnung fortlaufend nummeriert.
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Quellen
[1] "Die Sekundär-Eisenbahnen des Königreichs Sachsen", Verlag H. S. Hermann, Berlin 1886
[2] Kuhne: "Eisenbahndirektion Dresden 1869-1993", VBN Verlag Bernd Neddermeyer, Berlin 2010
[3] Kuhne: "Eisenbahndirektion Halle 1895-1993", VBN Verlag Bernd Neddermeyer, Berlin 2016
[4] Kieschke, Werner: "Reichsbahndirektion Cottbus 1945-1990", VBN Verlag Bernd Neddermeyer, Berlin 2011
[5] Parcyz, Rettig: "Die Voigtländische Staatseisenbahn", Deutscher Modelleisenbahn-Verband, Falkenstein 1990
[6] Rettig: "Eisenbahnknoten Görlitz", Bufe Fachbuch-Verlag, Egglham 1994
[7] www.bahnstatistik.de
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