[Hansdorf —] Priebus — Lichtenberg (Niederschles)
Streckengeschichte
Die Nebenbahn Priebus - Lichtenberg wurde am 01.10.1913 von der Lausitzer Eisenbahn-A.G. als Erweiterung der 1895 eröffneten Strecke Hansdorf - Priebus in Betrieb genommen. Der einzige Zwischenhalt lag im Wald oberhalb des Dorfes Pattag. Bei Lichtenberg bestand eine umfangreiche Verladeanlage der Braunkohlengrube "Alice" in Pechern. Eine Seilbahn beförderte die Kohle von der Grube westlich der Neiße zum Bahnhof Lichtenberg. Die geplante Verlängerung der Stichbahn bis zur Strecke Muskau - Teuplitz - Sommerfeld, die von der gleichen Gesellschaft betrieben wurde, scheiterte in der Zeit des Ersten Weltkriegs. Als die Priebuser Braunkohlenwerke A.G. im Juni 1924 wegen Absatzschwierigkeiten die Förderung in Pechern einstellen musste, verlor die Nebenbahn ihren wichtigsten Güterkunden. Der Personenverkehr zwischen Priebus und den Dörfern im Neißetal besaß nur eine untergeordnete Bedeutung. Der in den 1920er Jahren wachsende Kraftwagenverkehr führte schließlich am 15.11.1931 zur Einstellung der Personenbeförderung. Der Geschäftsbericht der Lausitzer Eisenbahn-A.G. des Jahres 1931 vermerkte dazu: »Auf der Linie Priebus-Lichtenberg wurde der Personenverkehr ab Oktober 1931 mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde vorläufig ganz eingestellt, nachdem seine Geringfügigkeit seine Aufrechterhaltung nicht mehr rechtfertigte. Der Güterverkehr wird seitdem nur nach Bedarf bedient.« Mit dem Bau einer Heeresmunitionsanstalt in der Priebuser Heide um 1935 wurde die Strecke ab dem aufgelassenen Haltepunkt Pattag zum militärischen Sperrgebiet und der Bahnsteig etwa 250 m in Richtung Priebus verlegt. Am Bahnhof Lichtenberg gab es zwei Barackenlager. Der nicht mehr benötigte Streckenabschnitt ab km 5,5 wurde am 01.02.1936 stillgelegt und abgebaut. Für die Bedienung des Munitionslagers entstand eine 400 m lange dreigleisige Wagenübergabestelle und in den "Weißen Bergen" ein ausgedehntes Gleisnetz mit einem zentralen Bahnhof. Am 01.01.1939 gingen die Strecken der Lausitzer Eisenbahn-A.G. in die Verwaltung der Deutschen Reichsbahn über.
Nach 1945 wurde der Streckenrest von der Polnischen Staatsbahn mit neuer Kilometrierung weiter als Anschlussgleis vorgehalten, nunmehr zu einem Munitionslager der polnischen Armee. Das Gleis endete am km 5,6 innerhalb des Lagerbereiches. Die Stilllegung für den Güterverkehr erfolgte 1986. [1],[2],[3]
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Quellen
[1] Geschäftsbericht der Lausitzer Eisenbahn-Aktiengesellschaft in Sommerfeld, Betriebsjahr 1931
[2] Tischer: "Die Eisenbahn Weißwasser - Muskau - Teuplitz - Sommerfeld ...", Eigenverlag, Weißwasser 2022
[3] Weise: "Erinnerungen an Lichtenberg", Eigenverlag 2010
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