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Eisenbahnen in Sachsen


Prettin — Dommitzsch, Abzw W A2 | Nordkurve Dommitzsch
Dublierung Elbebrücken Torgau/Wittenberg
Streckengeschichte

Im Jahr 1967 begann im Rahmen von Ausbildungsmaßnahmen des Eisenbahn-Pionierregiments Doberlug-Kirchhain der Bau einer Umgehungsbahn zwischen Dommitzsch (Strecke Pratau - Torgau) und dem Bahnhof Prettin. Die Endstation der früheren "Kleinbahn Annaburg - Prettin", die seit 1961 nur noch im Güterverkehr bedient wurde, lag strategisch günstig nahe des Elbufers.
Bereits mit der Streckeneröffnung der Kleinbahn am 15.06.1902 war ein 1,7 km langes Anschlussgleis für eine Verladestelle am Elbufer in Betrieb gegangen, das bis nach dem Ersten Weltkrieg bestand. Im August 1904 übten dort preußische und bayerische Eisenbahnpioniere den Bau einer 436 m langen regelspurigen Eisenbahnbrücke über die Elbe.
Auf der Trasse wurde sechzig Jahre später das östliche Zuführungsgleis der Umgehungsbahn verlegt, welches das neu geschaffene NVA-Objekt "Wasserübungsplatz Prettin" durchquerte. Ein Bahnhof mit Laderampe und Lokschuppen sowie weitere Sozial- und Technikgebäude dienten regelmäßen Übungen der Eisenbahn-Pioniere der NVA und des Annaburger Eisenbahnbau-Bataillons der sowjetischen Streitkräfte.
Im weiteren Verlauf wäre die Elbe mit einer Behelfsbrücke aus 17 Feldern des Brückengerätes ESB-16 überquert worden. Dieses war am ehemaligen Bahnhof Naundorf der Kleinbahnstrecke eingelagert. An beiden Ufern existierten seit 1976 jeweils zwei Rampengleise für unterschiedliche Wasserstände.
Aus Gründen des Hochwasserschutzes wurde 1979 im westlichen Zuführungsgleis eine Flutöffnung eingebaut und der Bahndamm tiefer auf Geländeniveau gelegt. Die Strecke verließ im weiteren Verlauf durch einen Einschnitt die Elbniederung und kreuzte eine Fernverkehrsstraße. Seit 1971 schloss hier eine Verbindungskurve in Richtung Pratau an. Die Stammstrecke bog nach Süden ab und mündete nahe Dommitzsch in das Gleis der Nebenbahn nach Torgau. Die Abzweigstellen waren durch Blockhäuschen gesichert.

Die Anlagen wurden 1968 fertiggestellt und gingen im Mai 1969 in Betrieb. Im Oktober 1971 wurde eine Schwimmbrücke SBG-66 montiert. Die erste Übung mit dem von der Brückenwerkstatt Dresden der Deutschen Reichsbahn neu entwickelten Brückengerät ESB-16 fand im September 1973 statt. Es folgten jährliche Übungen mit verschiedenen Behelfsbrücken, auch für Straßenfahrzeuge. Im März 1983 wurde die Dommitzscher "Nordkurve" in das Streckenverzeichnis der Reichsbahn aufgenommen. Die Stammstrecke blieb bis Oktober 1990 in Rechtsträgerschaft der NVA. Am 01.12.1992 erfolgte die Stilllegung der Gleisanlagen. Bis 2004 baute man den Dammbereich auf Prettiner Seite bis zum ehemaligen NVA-Objekt zurück. [1],[2],[3],[4]

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Quellen

[1] Bley: "DDR-Reichsbahn und Vorbereitung", VBN Verlag Bernd Neddermeyer, Berlin 2017
[2] Betriebliche Mitteilungen der Rbd Halle vom 22.06.1983
[3] Verkehrsgeschichtliche Blätter, Heft 6/2014
[4] Löffler, Schlemm: "NVA und GSSD in der Stadt und Region Torgau (1945-1994)", Verlag Regionale Garnisons- und Militärgeschichte, Torgau 2011