Verborgenes und Verbotenes im Osten


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U-Verlagerung
Lengenfeld, Stollenauffahrung Windmühlenberg - Objekt Granulit

Auf dem Gelände der Lengenfelder Baumwollspinnerei im Göltzschtal begann im August 1943 die Auslagerung der Betriebseinrichtung. Neuer Mieter wurden die "Leng-Werke", ein Zweigbetrieb der Magdeburger Junkers-Werke, die hier Teile für Einspritzpumpen und ab 1945 Anlasser für Flugzeugmotoren fertigten. Für die 600 neuen Arbeitskräfte errichtete man in der Nähe Behelfsunterkünfte und auch kleine Wohnhäuser.
Zwickauer Strafgefangene begannen unter dem Decknamen Granulit mit dem Bau einer untertägigen Produktionsstätte. Das Gelände besaß fast alle Merkmale für eine U-Verlagerung: es war strategisch unbedeutend, verfügte über einen Gleisanschluss und lag in einem geologisch stabilen Gebiet. Die Anlage bestand aus vier parallelen Stollen (der längste misst beachtliche 700 m), die durch vier Querschläge miteinander verbunden waren. Außerdem gab es vier seitliche Auffahrungen.
Ab Oktober 1944 kamen mehrere hundert KZ-Häftlinge zum Einsatz. Dazu richtete man im Barackenlager am Walkmühlenweg ein Außenlager des KZ Flossenbürg ein.

Zu Beginn der 80er Jahre entdeckte die NVA die Abgeschiedenheit des Tales und ließ die Anlage ab 1983 durch den Schachtbau Nordhausen als Teillager des KL-22 wieder auffahren. Die feuchten Stollen konnten nur mit einem enormen Energieaufwand nutzbar gehalten werden und dienten bis zum Dezember 1989 der Lagerung von Munition und Sprengstoff.
Heute bestehen noch zwei (verschlossene) Zugänge.

Fotos



Quellen

Rieschel/Schramm: "Die vogtländische Nebenbahn Reichenbach - Lengenfeld",
Verlag Kenning, Nordhorn 1998
www.hidden-places.de


© 2006 Jens Herbach