Verborgenes und Verbotenes im Osten


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U-Verlagerung
Braunsdorf b. Wilsdruff, Dolomitwerk - Objekt Schill 1

Das Gelände der Braunsdorfer Dolomitwerke GmbH hatte man in den letzten Kriegsmonaten zunächst für die Verlagerung der Zeiss-Ikon AG in Dresden sowie zwei weiterer Rüstungszulieferer vorgesehen. Später sollte das Objekt von der Conti-Reifenfabrik Hannover belegt werden. Auf drei Sohlen wäre eine Produktionsfläche von insgesamt 20 000 m² entstanden, 3 000 m² waren sofort nutzbar.
Die OT legte ab Dezember 1944 ein schmalspuriges Anschlussgleis (!), ausgehend vom Bahnhof Kesselsdorf der Strecke Freital-Potschappel - Nossen. Bis Kriegsende stellte man 3,06 km der Werkbahn fertig; der dreigleisige Verladebahnhof war in der Nähe des Dolomitwerkes bei km 3,3 geplant. Zum Bau der Reifenfabrik und zur Betriebsaufnahme auf der Strecke kam es nicht mehr. Da sich das Gleis in einem sehr schlechten Zustand befand und kein Nachnutzer gefunden wurde, demontierte man bis 1947 die Anschlussbahn.

Das Kalkwerk stellte 1964 seine Produktion ein. Noch zu Beginn der 90er Jahre waren die gefluteten Grubenbaue über einen Einstiegsschacht befahrbar. Das Grubengelände wurde später als Erdstoffdeponie genutzt und fast bis zur Oberkante verfüllt. Da es in der Folge zu einem Erdfall erheblichen Ausmaßes kam, dürften die Spuren des Bergbaus im Untergrund für immer verloren sein. Der Blick hinter die Umzäunung bringt damit keine nennenswerten Entdeckungen. Durch landwirtschaftliche Nutzung sind auch die Reste der Werkbahntrasse verloren gegangen. Interessant ist der Stollen des Schloitzbaches, der das frühere Grubengelände unterquert.

Fotos

Quellen

braunsdorf.railserve.de
www.team-delta.info


© 2007 Jens Herbach