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Typenbauten - Schutzbauwerke UdSSR

Die gelb markierten Fotos wurden bereitgestellt von www.abenteuer-heimat.de. Vielen Dank!
Die blau markierten Fotos wurden von A. Riedel bereitgestellt. Vielen Dank!


АУ-11 (GDF 2/11)

Erdangedeckte Splitterschutzdeckung für Jagdflugzeuge, die als eine der ersten Bauformen von Bogendeckungen auf den Flugplätzen der GSSD errichtet wurde.
Die Bauweise ist analog der größeren AU-13, die Breite beträgt rund 11 m. Begrenzt kamen die Bogendeckungen auch zweietagig ausgebaut als Führungsstelle zum Einsatz.
  • Bauzeit: 1967 ... 1970
  • Innenmaße: 20 x 10,8 x 6,9 m (Länge, Breite, Höhe)
  • Nettogrundfläche: 250 m²
  • Standorte: Altenburg, Altes Lager, Damgarten, Falkenberg, Frankenförde, Köthen, Luckenwalde, Merseburg, Wittstock, Zerbst


АУ-13 (GDF 2/13)

Erdangedeckte Splitterschutzdeckung für Jagdbomber, bestehend aus 1,0 m breiten Segmentbogen-Fertigteilen, die in großer Anzahl auf den Flugplätzen der GSSD errichtet wurde.
Aus zwei Segmenten, die im First verschraubt wurden, entstand ein Bogenteil. Die Breite beträgt rund 13 m.
An der Rückseite führte eine Abgasschleuse im 90°-Winkel nach außen, an der Seite befand sich der Treibstoffübergaberaum. Verschlossen werden konnte die Bogendeckung im Bedarfsfall durch zwei verschiebbare, ca. 45 cm dicke Stahlbetontore.
Mit vollständiger Erdüberdeckung, Zugangsbauwerken und technischen Anlagen versehen, dienten Bogendeckungen vom Typ AU-13 auch als Gefechtsstand oder Nachrichtenzentrale. Dazu wurde eine Zwischendecke für ein Obergeschoss eingezogen, so dass 540 m² nutzbare Fläche entstanden.
  • Bauzeit: um 1967 ... 1975
  • Innenmaße: 28 x 12,8 x 6,9 m (Länge, Breite, Höhe)
  • Nettogrundfläche: 361 m²
  • Standorte: Allstedt, Brand, Falkenberg, Finow, Finsterwalde, Gadow, Groß Dölln, Großenhain, Jüterbog, Klobikau, Köthen, Lärz, Neu-Welzow, Neuruppin, Oranienbaum, Töpchin, Zerbst





АУ-16/1 (GDF 1/16)

Erdangedeckte Splitterschutzdeckung für den Aufklärer/Frontbomber Jak-28, bestehend aus einem Stahltragwerk mit aufgelegten Betonplatten, die auf Flugplätzen der GSSD anzutreffen ist. Charakteristisch ist die zweigeteilte Abgasschleuse. Der Bunker konnte durch zwei verschiebbare Stahltore verschlossen werden.
  • Bauzeit: 1968 ... 1970
  • Innenmaße: 28 x 16 x ? m (Länge, Breite, Höhe)
  • Nettogrundfläche: 448 m²
  • Standorte: Brand, Finow, Neu-Welzow, Werneuchen



АУ-16/2 (GDF 3/16)

Erdangedeckte Splitterschutzdeckung für Jagdflugzeuge, bestehend aus Segmentbogen-Fertigteilen, die auf den Flugplätzen der GSSD errichtet wurde.
Die Bauweise war analog den kleineren AU-13, die nutzbare Breite betrug allerdings 16 m. Die Deckungen wurden für MiG-25 und MiG-29 errichtet. Verschlossen werden konnte der Flugzeugbunker durch zwei 1,8 m dicke und 43 t schwere Stahlbetontore. Der elektrische Torantrieb befindet sich im Torunterbau. Im Notfall war auch das mühsame Schließen der Torflügel per Handkurbel möglich: Die Getriebeuntersetzung lag bei 1 cm für eine Umdrehung!
  • Bauzeit: 1974 ... 1989
  • Innenmaße: 29,7 x 15,8 x ? m (Länge, Breite, Höhe)
  • Nettogrundfläche: 472 m²
  • Standorte: Falkenberg, Finow, Merseburg, Werneuchen, Wittstock



Гранит-1 (Granit-1)

Erdangedeckter Lagerbunker für Sonderwaffen, bestehend aus zwei halbkreisförmigen Fertigteilen. Um eine nutzbare Grundfläche zu erhalten, wurde die Röhre im unteren Drittel ausbetoniert. Abgeschlossen wurde das Bauwerk durch Drucktore mit Spezialverriegelung oder durch Tore des Typs DTT.
Die Fertigteile kamen auch beim Bau von Gefechtsständen zum Einsatz, hier meist als Verbund mehrerer Röhren und vollständig erdüberdeckt.
  • Bauzeit: um 1980
  • Innenmaße: 6,2 x 5,1 x 33,0 m (Breite, Höhe, Länge)
  • Ausstattung: Belüftungsanlage
  • Standorte: Bardenitz, Jeßnitz, Lüttichau, Treuenbrietzen, Uhyst


Гранит-2 (Granit-2)

Erdangedeckter Lagerbunker für Sonderwaffen, bestehend aus einem Fertigteilbauwerk Granit-1 mit angebauter Heizungsanlage. Der Bunkertyp ist zumeist an der Peripherie von GSSD-Flugplätzen errichtet worden. Doppelbunker können über gemeinsame oder getrennte Betriebsräume verfügen.
  • Bauzeit: um 1980
  • Innenmaße: 7,0 x 5,7 x 33,0 m (Breite, Höhe, Länge)
  • Ausstattung: Heizungsanlage, Belüftungsanlage
  • Standorte: Altes Lager, Damgarten, Falkenberg, Groß Dölln (2), Großenhain (2), Köthen, Merseburg, Neuruppin, Parchim, Werneuchen (2), Wittstock


Гранит-3 (Granit-3)

Erdangedeckter Lagerbunker für Sonderwaffen, der auf der Grundlage der Bogendeckung GDF 2/13 entwickelt wurde.
Das vollständig hermetisierbare Bauwerk besitzt einen 18 m langen Personenzugangstunnel mit mehreren Schleusen und eine 15 m lange Transportschleuse mit 3,1 x 3,2 m großen Druckschutztoren.
Für die sichere Lagerung der nuklearen Gefechtsköpfe und Initialzünder war eine umfangreiche technische Ausstattung erforderlich, die auf das Unter- und Obergeschoss verteilt wurde. Die gesamte Bruttogrundrissfläche beträgt 740 m².
Bekannt sind bisher nur zwei Bunker diesen Typs bei Altenburg.
  • Bauzeit: 1983
  • Außenmaße (ohne Schleusen): 14 x 36,2 m
  • Ausstattung: NEA, Wasseraufbereitungsanlage, Kühlwasseranlage, Feuerlöschanlage, Druckluftanlage, Filterventilationsanlage, Klimaanlage, Lastenaufzug, WC
  • Standorte: Altenburg



КВС-У (KWS-U)

Erdüberdeckter Kleinbunker aus verschraubten Wellblechsegmenten FWS, z.B. für Führungsstellen der unteren Ebene, seltener als abgesetzte Sendestelle auf deutscher Seite. Der Zugang erfolgte zumeist über eine schräge Luke LAS-2 in der Seitenwand. In vollständiger Ausstattung betrug das Gesamtgewicht ca. 1,5 t. Die kalte und feuchte Röhre war ein unbeliebtes Bauwerk.
  • Bauzeit: ?
  • Innenmaße: Durchmesser 2 m
  • Nettogrundfläche: variabel
  • Ausstattung: Filterventilationsanlage FWA-100
  • Standorte: Baruth, Euba, Ollendorf, Stolzenhain, Thiendorf


Панцирь-2[ПУ] (Panzir-2[PU])

Erdüberdecktes Wellstahlrohr als kombinierter Fahrzeugunterstand und Führungsstelle der Raketeneinheiten, das in wenigen Exemplaren errichtet wurde.
Der Bunker war einschließlich des Garagenteils hermetisierbar und durch seine Bauweise vollständig EMP-geschützt. Außer dem 3,5 x 3,5 m großen Zufahrtstor existiert ein Personaleingang mit Schleusenbereich (Version PU).
  • Bauzeit: um 1985
  • Innenmaße: 40 x 5,0 x 4,3 m (Länge, Breite, Höhe)
  • Nettogrundfläche: 120 m²
  • Ausstattung: Filterventilationsanlage (PFP-1000, FP-200)
  • Standorte: Bischofswerda (abgerissen), Lüttichau (abgerissen), Uhyst, Wokuhl, Wünsdorf



СБК (SBK)

Erdüberdeckter Kleinbunker aus kreisförmigen, 70 cm breiten Fertigteilen, die im unteren Drittel als Bodenplatte abgeflacht waren. Diese Bauweise brachte ihm die Bezeichnung "Tonne" ein. Das Platzangebot eines etwa 8,5 m langen Bauwerks entspricht dem des deutschen FB-3, allerdings gibt es keinen Schleusenbereich.
Anzutreffen ist der Bunker in Objekten der GSSD als Einzelbauwerk oder im Verbund in unterschiedlicher Segmentanzahl.
  • Bauzeit: ?
  • Innenmaße: 2,4 x 2,0 m (Breite, Höhe)
  • Nettogrundfläche: variabel
  • Ausstattung: Filterventilationsanlage FWA 100-50
  • Standorte: Bardenitz, Baruth, Gotha, Großenhain, Halberstadt, Irxleben, Köthen, Neu-Welzow, Rastenberg, Zeithain


СБУ (SBU)

Erdüberdeckter Kleinbunker aus 80 cm breiten Fertigteilen, die seit Beginn der 60er Jahre für einfache Schutzbauwerke oder im Stellungsbau zum Einsatz kamen. Die Abmessungen waren sehr bescheiden. Aufgrund der komplizierten Herstellung war der Bunker frühzeitig ein Auslaufmodell, so dass zuletzt nur die Restbestände verbaut wurden. Bauwerke mit Druckschutztür und Filteranlage sind die Ausnahme; oft existierte als Zugang nur eine verstärkte Holztür. Auch in den FRA und FRR der NVA sind derartige Bunker anzutreffen.
  • Bauzeit: ab 1962
  • Innenmaße: 2,0 x 2,0 m (Breite, Höhe)
  • Nettogrundfläche: variabel
  • Standorte: Baruth, Gotha, Großräschen, Kroppen, Straßgräbchen


СПМ-1 (SPM-1)

Stählerner Fertigteilbunker, der einzeln oder als Kombination zweier Bauwerke in Objekten der GSSD anzutreffen ist. Verbreitetes Einsatzgebiet war die Bewachung von Munitions- und Kernwaffenlagern.
  • Standorte: Königsbrück, Süptitz, Zeithain


СПС-2М (SPS-2M)

Fertigteilbunker aus Beton, der als Postenunterstand vor allem an den Zufahrten zu GSSD-Objekten aufgestellt bzw. eingegraben wurde. Im vollen Ausbauzustand gab es einen abgewinkelten Zugangsbereich mit Schutztür.
  • Standorte: Großenhain, Königsbrück, Stolzenhain


УСБ (USB)

Erdüberdeckter Kleinbunker aus elliptischen, 75 cm breiten Fertigteilen, der geräumiger als der deutsche FB-3 war. Die schnelle und kostengünstige Bauausführung, das ausreichende Platzangebot und die günstigen Schutzparameter machten den USB zu einem oft verwendeten Bunkertyp. Die Baulänge betrug in der Regel etwa 9,0 m (12 Segmente). An der Rückwand konnten sich zwei Anbauten befinden, zum einen für den Notausstieg, zum anderen für die Filterventilationsanlage.
Eingesetzt wurde der Bunker in GSSD-Objekten als Einzelbauwerk oder im Verbund.
  • Bauzeit: ?
  • Innenmaße: 4 x 2,5 m (Breite, Höhe)
  • Nettogrundfläche: variabel
  • Ausstattung: Filterventilationsanlage
  • Standorte: Bardenitz, Baruth, Döllstädt, Finsterwalde, Fürstenberg, Gotha, Halberstadt, Irxleben, Lausa, Lobetal, Lossa, Ollendorf, Rastenberg, Schlenzer, Tornau, Wallwitz, Zeithain


Jägerleitstelle

Erdüberdecktes monolithisches Bauwerk, errichtet in der Nähe von GSSD-Flugplätzen. Es sollen 5 oder 6 Bauwerke auf DDR-Gebiet existieren. Von einem langen Verbindungsgang in Bauwerksmitte zweigen beidseitig Räume für Personal und Technik ab.
  • Bauzeit: um 1958
  • Ausstattung: Lageraum, Elt-Raum, Trafo, NEA, Filterventilationsanlage, Wassertanks, WC mit Handwaschbecken, Küche, Zugangstunnel, Notausstieg, Montageschacht
  • Standorte: Damgarten, Erfurt, Lärz, Merseburg


Stütznachrichtenzentrale Typ A

Erdüberdecktes monolithisches Bauwerk als Nachrichtenzentrale.
  • Bauzeit: um 1965
  • Ausstattung: NEA, Filterventilationsanlage, Klimablock, Wassertanks, WC, 2 Zugänge
  • Standorte: Baruth, Eisenach (abgerissen), Erfurt


Stütznachrichtenzentrale Typ B

Erdüberdecktes monolithisches Bauwerk als Nachrichtenzentrale.
  • Bauzeit: ?
  • Ausstattung: NEA, Batterieraum, Elt-Raum, Filterventilationsanlage, Klimablock, Wassertanks, WC, Zugangsbauwerk
  • Standorte: Altengrabow, Planken, Treuenbrietzen (erweitert ZBU)


Lagerbunker für Sonderwaffen

Erdangedeckter Lagerbunker für Sonderwaffen als monolithisches Bauwerk. Der Bunker besteht aus einem zweigeschossigen technischen Bereich, an den sich hinter einem zweiten Tor der ca. 40 x 9 m große Lagerraum anschließt. Das Bauwerk, von dem nur drei Stück errichtet wurden, war durchgehend per Lkw befahrbar. Die massiven Drucktore wiegen ca. 25 Tonnen.
  • Bauzeit: 1961 ... 1964
  • Innenmaße: ?
  • Ausstattung: ?
  • Standorte: Brand, Finsterwalde, Lärz


Munitionsbunker A

Kleiner erdangedeckter Lagerbunker für konventionelle Munition auf Flugplätzen der GSSD. Die Bauwerke sind einzeln stehend zwischen den Flugbetriebsflächen zu finden. Im Inneren existiert neben der Lagerfläche nur ein technischer Betriebsraum.
  • Bauzeit: ?
  • Innenmaße: ?
  • Ausstattung: ?
  • Standorte: Großenhain, Neu-Welzow


Munitionsbunker B

Erdangedeckter Lagerbunker für konventionelle Munition an GSSD-Flugplätzen. Das aus Betonformsteinen bestehende Bauwerk wurde in separat gesicherten Munitionslagern am Rand der Flugplätze errichtet, zumeist zwei Stück. Charakteristisch ist der trapezförmige Querschnitt der zwei Lagerkammern. Seitlich befand sich ein technischer Betriebsraum.
  • Bauzeit: ?
  • Innenmaße: ?
  • Ausstattung: ?
  • Standorte: Altes Lager, Damgarten, Falkenberg, Finsterwalde, Groß Dölln, Großenhain, Lärz, Merseburg, Wittstock


Munitionsbunker C

Erdangedeckter Lagerbunker für konventionelle Munition und Lenkwaffen an GSSD-Flugplätzen. Das Bauwerk wurde aus Betonformsteinen in Munitionslagern am Rand der Flugplätze errichtet. Der Bunker ist von zwei Seiten befahrbar und besitzt jeweils zwei massive, 50 cm dicke Tore. An der Längsseite ist eine Fahrzeugdeckung für fünf Lkw integriert.
  • Bauzeit: ?
  • Innenmaße: ?
  • Ausstattung: Belüftungsanlage
  • Standorte: Altes Lager, Damgarten, Falkenberg, Finsterwalde, Groß Dölln, Großenhain, Lärz, Merseburg, Wittstock

Quellen

Bergner, Paul: "Programm Delphin", Heinrich-Jung-Verlagsgesellschaft mbH,
Zella-Mehlis/Meiningen 2007
Best, Stefan: "Geheime Bunkeranlagen der DDR", Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2004
Freundt/Büttner: "Rote Plätze", AeroLit Verlag, Berlin 2007
www.bunkernetzwerk.de
www.bunker-anlagen.de


© 2008 Jens Herbach

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