Verborgenes und Verbotenes im Osten


Home

Links

Abkürzungen

Typenbauten

Bunker 3D

Standorte

Gästebuch

Impressum

Disclaimer


Flugplatz
Merseburg, 6 Gw.IAD/85 Gw.IAP
Bunkertypen: Granit-2, 40x GDF 2/11, 32x GDF 3/16

Am Westrand der Stadt Merseburg wurde 1925 ein Feldflugplatz angelegt. Nach der Enteignung des erforderlichen Grund und Bodens begann 1934 die Neu Isenburger Fa. Philipp Holzmann im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums mit dem Ausbau für militärische Zwecke, vorrangig zum Schutz der Chemieindustrie in Leuna und Böhlen. Es entstanden eine unbefestigte SLB, fünf Flugzeughallen, eine Werfthalle sowie zahlreiche Unterkunftsgebäude. Bereits im Oktober 1935 konnte der Flugplatz vom Reichsluftfahrtminister Hermann Göring eingeweiht werden. In Merseburg wurde die Fliegergarnison "Manfred von Richthofen" für die Pilotenausbildung aufgestellt.
Ab 1939/40 verpachtete man Teile des Platzes, darunter drei Flugzeughallen und drei Kasernenblöcke, an die Dessauer Junkerswerke, die an einem Entwicklungsauftrag für neue Flugzeugtypen arbeiteten. Am 03.12.1941 konnte der Erstflug des Großraum-Lastenseglers Ju-322 X ("Mammut") stattfinden.

Nach einer kurzzeitigen Besetzung durch die US-Armee im Frühjahr 1945 übernahm das sowjetische Militär den unzerstörten Merseburger Flugplatz. Drei Hangars wurden demontiert. Um 1952 erweiterte man den Platz nach Westen und legte eine 2000 x 60 m große befestigte SLB an. Zwischen Mai und September 1961 wurde diese auf 2500 m verlängert.
Die ersten Bogendeckungen des Typs GDF 2/11 entstanden ab 1968. Ende der 70er Jahre errichtete man zusätzliche Hubschrauber-Stellflächen. In den Jahren 1987/88 kamen ein SKP und für die neuen MiG-29 größere Bogendeckungen des Typs GDF 3/16 hinzu, zu deren Bau z.T. alte GDF abgerissen werden mussten. Die Sanierung und der Ausbau des Flugplatzes wurden bis zum Baustopp 1989 weitgehend abgeschlossen.

Mit dem Abzug der russischen Truppen im Juli/August 1991 verschwand auch ein beträchtlicher Teil der SLB in Richtung Osten. Die Betonpiste misst heute nur noch 1140 m! In den 90er Jahren fielen die meisten Bogendeckungen und auch die frühere deutsche Werfthalle dem Abriss zum Opfer. Erhalten blieben im Nordwestteil 12 GDF 3/16 mit ihren beeindruckenden Toren und zwei GDF 2/11, von denen eine zum Clubheim der Fallschirmspringer ausgebaut wurde. Aus der Kasernenanlage entstand ein ansehnlicher Wohnpark.

Funkfeuer

Fotos

Die gelb markierten Fotos wurden bereitgestellt von www.abenteuer-heimat.de. Vielen Dank!



Bogendeckungen GDF 2/11





Bogendeckungen GDF 3/16







Unterkunftsgebäude

Quellen

viehweger.org/deutsch/fliegen/edam-0.htm
www.flugplatz-merseburg.de
www.luftfahrt-technik-museum.de
Freundt, Lutz: "Sowjetische Fliegerkräfte Deutschland 1945-1994",
Edition Freundt, Diepholz 1998


© 2007 Jens Herbach