Verborgenes und Verbotenes im Osten


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Flugplatz
Großenhain, 105 ADIB/296 APIB
Bunkertypen: 2x Granit-2, 40x GDF 2/13

Die Geschichte des Großenhainer Flugplatzes begann im Februar 1914 und war seit Anbeginn von militärischer Nutzung bestimmt. Während des Ersten Weltkrieges wurden hier ca. 60 000 Piloten ausgebildet. Mit dem Versailler Vertrag musste der "Reichsfliegerhorst Großenhain" 1920 aufgelöst werden. Einen Teil des Geländes nutzte man für den Aufbau einer Papierfabrik.
Im Jahr 1934 begann erneut der Aufbau eines modernen Militärflugplatzes, der am 26.03.1936 wieder in Betrieb ging. Die Länge der SLB betrug zu Kriegsende 1375 m.

Mit der Einnahme Großenhains durch die Rote Armee fiel der Flugplatz Ende April 1945 in die Hände der Siegermacht und blieb es bis 1993 auch. Die deutschen Anlagen, die man unzerstört übernommen hatte, bestanden u.a. aus acht Flugzeughallen und einer Werft. Sie wurden in den folgenden Jahrzehnten beträchtlich erweitert. Unter anderem verlängerte man 1952 und Anfang der 60er Jahre die SLB auf insgesamt 2,5 km, errichtete 40 erdüberdeckte Bogendeckungen für Technik und Munition, sowie zwei Lagerbunker für Sonderwaffen. Ein in den Karten nicht verzeichneter Gleisanschluss zu einem Tanklager im Norden des Geländes entstand. Auch der Bau des Gefechtsstandes der hier stationierten 105. Jagdbomberdivision fällt in diesen Zeitraum. Bei letzten Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten wurde 1983/94 der KDP für die Flugleitung aus Beton-Fertigteilen aufgestellt.
Zwischen März und August 1993 zogen die russischen Truppen gen Osten ab, so dass der Flugplatz endlich der zivilen Nutzung zufiel. Beim bescheidenen Neustart als Gewerbegebiet und Landepiste für Gelegenheitspiloten ist es bis heute geblieben ...
Am 09.09.2007 wurden die Lagerbunker zum Denkmal erklärt. In einer der Röhren ist eine Dauerausstellung zur Geschichte des Flugplatzes eingerichtet.

Eine Rarität der Luftfahrtgeschichte sind die Reste der Kompensationsscheibe. Auf der Plattform, von der noch das Fundament mit dem umlaufenden Zahnkranz erhalten ist, wurden bis Kriegsende die Flugzeuge zur Kompassjustage gedreht.

Funkfeuer

Fla-Raketenstellung

Sendestelle

Fotos



Flugzeughallen



Bunker für Sondermunition









Bogendeckungen







Anschaltpunkt





Kleinbunker



Munitionslager









Wachposten



Wetterstation



Sauna





Verschiedenes









Kompensationsscheibe



Eisenbahnanschluss Tanklager

Quellen

Freundt, Lutz: "Sowjetische Fliegerkräfte Deutschland 1945-1994", Edition Freundt,
Diepholz 1998


© 2008 Jens Herbach