Verborgenes und Verbotenes im Osten


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Raketenlager
Uhyst am Taucher
Bunkertypen: 1x Granit-1, 6x FB-75

Zu Beginn der 80er Jahre gab es in Sachsen fast kein größeres Waldgebiet ohne militärische Anlagen. Der Taucherwald südöstlich von Uhyst lag verkehrsgünstig nahe der A 4, so dass sich die Sowjetarmee 1983 für diesen Standort als Außenstelle von Königsbrück entschied. Ab dem 25.01.1984 war der gesamte Taucherwald für die Öffentlichkeit gesperrt. Eine Mauer bildete den inneren Sperrkreis. Errichtet wurde in den Folgemonaten ein Objekt der 119. Raketenbrigade für insgesamt 20 SS-22-Raketen nebst Heizhaus, Dienst- und Wohngebäude. Die sieben Raketen- und den Führungsbunker (lt. Zeitungsbericht insgesamt 12 Bunker) legte man am Nordhang des Birkenberges an. Am 3. Mai des Jahres trafen die ersten Raketen im Taucherwald ein. Die Baustoff- und Raketentransporte blieben in der Bevölkerung selbstverständlich nicht unbemerkt.
Nur wenige Jahre später wurde das Lager wieder aufgegeben: Am 25.02.1988 verließ die Raketenbrigade Uhyst. Das Waldstück war bis 1991 noch militärisches Sperrgebiet.

Das zweistöckige Kasernengebäude wurde 1994/95 abgerissen, im Casino ist eine moderne Naturschutzstation (Eröffnung 26.05.2000) eingerichtet. Seit dem 01.01.1996 befindet sich der Taucherwald im Besitz der Gemeinde Burkau - die 168 ha erwarb man für die "symbolische Mark".
Von den Raketenbunkern - alles Fertigteilbauten unterschiedlicher Größe, darunter ein kreisrunder Lagerbunker - schob man zwei Eingänge zu. Die übrigen Bauwerke sind frei zugänglich, so auch der selten gebaute Einsatzbunker. Eingebaut wurden in den FB-75 hydraulisch verriegelbare Drucktore des Typs SDT. Der Bunker 6, an dem heute regelmäßig Gottesdienste stattfinden, war beheizbar und wohl für mehr bestimmt, als nur die Einlagerung von Raketen.

Fotos



Bunker 2



Bunker 3





Bunker 4





Bunker 5



Bunker 6





Bunker 7





Bunker 8



Quellen

Infotafel Gemeinde Burkau
Infotafel Förderverein Taucherwald e.V.
MDR-"Sachsenspiegel" vom 07.11.2006
"Sächsische Zeitung" vom 28.01.1997, 24.02.1998 und 13.12.2000


© 2008 Jens Herbach