Verborgenes und Verbotenes im Osten


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Führungsbunker
Blankenfelde, Kdo LaSK

In einem Sperrgebiet der NVA bei Blankenfelde begann im Juni 1987 der Bau einer Bunkeranlage als Wechselgefechtsstand des Kommandos der Landstreitkräfte.
Das "Objekt 17/8850" wurde von zivilen Baubetrieben errichtet und technisch ausgestattet. Die abschließenden Arbeiten erfolgten noch nach der Grenzöffnung. Die Baukosten werden mit 17,1 Mio. Mark beziffert. Die Übergabe des letzten DDR-Bunkers an die Wartungseinheit 40 fand am 21.06.1990 statt.

Der zweietagige monolithische Bunker besaß die Schutzklasse E und sollte als Prototyp für die geplanten Ausweichführungsstellen der Bezirkseinsatzleitungen dienen. Die äußeren Abmessungen betrugen 29,3 x 24,9 m, die Wandstärken lagen bei ca. 50 cm. Eine über einen Meter dicke Zerschellschicht schützte auch den 15 m lange Zugangstunnel.
Die bescheidene Technik, u.a. ein 180 kVA-Notstromgenerator mit 4700 Litern Kraftstoffvorrat, begrenzte den autonomen Betrieb auf drei Tage, davon nur 4 Stunden unter vollständiger Hermetisation! Für den Gefechtsfall war eine Belegung mit 122 Personen angedacht.

Bereits 1993 wurde das Bauwerk vom neuen Hausherren, der Bundeswehr, aufgegeben - damals in sehr gutem Zustand. Es folgten mehrere "Öffnungen" und schließlich 1995 die Zerstörung durch Brandstiftung. Der Bunker ist heute vollständig übererdet, alle Zugänge sind verschlossen.

Fotos



Quellen

Bergner, Paul: "Programm Delphin", Heinrich-Jung-Verlagsgesellschaft mbH,
Zella-Mehlis/Meiningen 2007


© 2008 Jens Herbach