Verborgenes und Verbotenes im Osten


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Führungsbunker
Bitterfeld, SKP OKSSD

Bei Bitterfeld wurde Anfang der 70er Jahre ein zweigeschossiger Tiefbunker als Nachrichtenzentrale der GSSD für Troposphären- und Satellitenfunk errichtet. Die Schutzklasse dürfte unter B einzuordnen sein. Sichergestellt wurde der Bunker durch die 118. Nachrichtenbrigade.
Das Bauwerk hat eine Grundfläche von 36 x 39 m und verfügt über zwei mehrstufige Zugangsschleusen in der oberen Ebene sowie zwei Notausstiege/Medieneinführungen im UG 2. Besonderheiten sind ein Zwischengeschoss (ca. 1,5 m hoch) zur Belüftung und ein zweietagiger Anbau am Medienstollen für Dieseltanks und Wasserversorgung. Am Bunker befand sich ein Schacht für einen ausfahrbaren Antennenmast, im Gelände mehrere Erdantennenfelder und Spezialantennen.

Um 1980 erfolgte die Erweiterung zum Wechselgefechtsstand (SKP) des OKSSD. Im Ernstfall wäre in die Anlage mit dem Tarnnamen Redut der Befehlshaber der 1. Westfront eingezogen.
Da der monolithische Bunker nicht ausbaufähig war, hat man zwei zweigeschossige Bogendeckungen UK-20 (Grundtyp AU-13) ergänzt, die jeweils 66 m lang sind. Diese wurden über lange Verbindungstunnel und eigene Schleusenbereiche an die vorhandenen Zugangsbauwerke angebunden. Die Bogendeckungen waren weitgehend autonom zu betreiben, da sie über alle erforderlichen technischen Anlagen verfügten. Wie der Hauptbunker besitzen sie zwei Innentreppen.
Damit entstand einer der interessantesten sowjetischen Bunkerkomplexe auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.

Kurz vor dem Abzug der Sowjets wurde der Bunker fast vollständig beräumt und das Bauwerk nachfolgend vom Bundesvermögensamt verschlossen. Die oberirdischen Anlagen (Wasserwerk, Heizhaus, Garage, Wachgebäude) riss man im Januar 2004 ab, die vermauerten Zugänge wurden übererdet. Das zweigeschossige Stabsgebäude mit Zugang zum Tunnelsystem wurde ebenfalls zurückgebaut. Die zugehörige Kasernenanlage entstand seinerzeit als Neubau auf der "grünen Wiese" und wird heute als Wohnheim für Asylbewerber genutzt. Ein Großteil der dortigen Gebäude wurde bereits abgerissen.
Der Verschluss des Bunkers war natürlich nicht von Dauer und so gibt es mittlerweile wieder mehr oder weniger beschwerliche Wege nach innen. Leider fallen so auch die letzten Reste der Technik dem Schrottklau zum Opfer und das Bauwerk wurde von Idioten beschmiert und zerstört, die ihr bisschen Hirn wohl am Notausstieg zurückgelassen hatten ...

Aufgrund der großen Zahl an Fotos werden die Teilbauwerke getrennt vorgestellt.

Hauptbunker

Bogendeckung 1 (Stab)

Bogendeckung 2 (Technik)

Fotos

Die gelb markierten Fotos wurden bereitgestellt von www.abenteuer-heimat.de. Vielen Dank!





Kaserne

Quellen

Bergner, Paul: "Programm Delphin", Heinrich-Jung-Verlagsgesellschaft mbH,
Zella-Mehlis/Meiningen 2007


© 2008 Jens Herbach