Verborgenes und Verbotenes im Osten


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Führungsbunker
Baruth, TPU GSSD

In einem hügeligen Waldgebiet am TÜP Heidehof bei Baruth befindet sich eine der interessantesten Bunkeranlagen der GSSD. Ab 1958 enstanden erste Bauwerke, vermutlich die Fahrzeugstellungen mit Einzel- und Doppelbunkern aus SBU-Elementen. Vier Jahre später wurde das Waldgebiet zum Sperrgebiet erklärt. Anfang bis Mitte der 70er Jahre dürfte eine rege Bautätigkeit eingesetzt haben. Die Anlage wurde zum Ausweich-Gefechtsstand für Wünsdorf erweitert. In dieser Zeit entstanden die Bunkerkomplexe, die Stütznachrichtenzentrale und die oberirdischen Bauwerke einschließlich der technischen Versorgungsbauten.
Nach dem Ausbau eines Objektes bei Bitterfeld nutzte man die Anlage fortan als Führungsstelle der Rückwärtigen Dienste (TPU). Entlang eines tief eingeschnittenen Waldweges liegen räumlich getrennt mehrere Bunkerkomplexe in verschiedenen Größen für die einzelnen Arbeitsgruppen der RD und für die nachrichtentechnische Sicherstellung.
Es scheint, als hätte das gesamte sowjetische Fertigteilprogramm Verwendung gefunden: In den aus bis zu 14 Teilen bestehenden Bunkeranlagen finden sich SBK-, SBU- und USB-Elemente und sogar zwei KWS-U. Ohne jeden einzelnen Bunker zu kennen, der sich noch im Waldboden versteckt, dürfte die Zahl aller Bauwerke bei ca. 30 liegen. Dazu unzählige Fahrzeugstellungen, zumeist tief in die Hänge gegraben. Über ein Gerüst aus Betonsäulen und Stahlträgern waren einst Tarnnetze gespannt. Einige Stellungen sind klassisch mit einem Holzverbau gesichert, andere auch durch Ziegelmauern.
Die Bunkerzugänge sind bodengleich und in der Zwischenzeit zugewachsen - eine perfekte Tarnung. Oft wird die schmale Treppe in den Untergrund erst erkennbar, wenn man buchstäblich fast schon hineingefallen ist. Dass die Zugänge auch nach Jahrzehnten in der märkischen Heide noch begehbar und die Bunker weitgehend trocken sind, spricht für eine solide Bauweise.

Die Anlagen sind so umfangreich, dass die Bunker getrennt vorgestellt werden. Die Funktion ist, wenn bekannt, angegeben.

Bunker 1
(Gefechtsstand)

Bunker 2
(Arbeitspunkt RD)

Bunker 3
(KIP 25)

Bunker 4
(Arbeitspunkt RD)

Bunker 5
(Arbeitspunkt Abt. Operativ)

Bunker 6
(?)

Bunker 7
(Nachrichtenbunker Richtfunkstelle)

Bunker 8
(Mannschaftsbunker 2 SBU)


Bunker 9
(Mannschaftsbunker 2 SBU)

Bunker 10
(Mannschaftsbunker 2 SBU)

Bunker 11
(USB unter Baracke)

Bunker 12 - 20
(Mannschaftsbunker SBU)

Bunker 21 - 24
(NEA)

Bunker 25, 26
(Nachrichten-Anschaltpunkte)

Bunker 27, 28
(KWS-U)

Stütznachrichtenzentrale

Gefechtsstand Chef RTA

Fotos







Fahrzeugstellungen





Richtfunkstelle



Anschaltpunkte



Quellen

www.abenteuer-heimat.de
Informationen von A. Baumgarten, Ludwigsfelde
Bergner, Paul: "Programm Delphin", Heinrich-Jung-Verlagsgesellschaft mbH,
Zella-Mehlis/Meiningen 2007


© 2008 Jens Herbach