Verborgenes und Verbotenes im Osten


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Führungsbunker
Kolkwitz, GS-31

In einem Waldgebiet nahe des brandenburgischen Ortes Kolkwitz war nach mehrjähriger Planungsphase am 15.06.1963 der Baubeginn für den Gefechtsstand der 1. Luftverteidigungdivision der NVA. Unter der Stabsbaracke, die zugleich zur Tarnung der Frischluft- und Abluftschächte diente, errichtete die "Bau-Union Süd" einen dreietagigen monolithischen Bunker mit den Abmessungen 42,5 x 18,0 m. Die Sohle des 3. Untergeschosses liegt 9,9 m unter der Geländeoberfläche. Am 11.09.1967 (andere Angabe 07.07.1967) wurde die 5,7 Mio. DM teure Anlage in Betrieb genommen.

Nach der Aufgabe des Bunkers wurde die verbliebene Technik systematisch ausgeschlachtet. Seit der Gründung des "Militärhistorischen Museums" am 09.11.2004 befindet sich das Bauwerk wieder unter Kontrolle und wird von den "Kolkwitzer Bunkerfreunden e.V." der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Am 05./06.03.2005 fand der erste "Tag der offenen Tür" im Kolkwitzer Bunker statt - mit überwältigender Resonanz.
Auch wenn Teile der Ausstattung für immer verloren sind, kann man im 1,5-geschossigen Lagezentrum und mit fachkundiger Führung wieder einen Eindruck von den Aufgaben des GS-31 erhalten. Jeden dritten Samstag im Monat und zu besonderen Anlässen ist das Museum geöffnet.
Nicht besichtigt werden kann derzeit der NEA-Anbau. Für die Stromversorgung waren zwei Pirnaer Turbinen zuständig.

Noch Ende der 80er Jahre begann das IBR-12 in einer Tarnhalle südlich des alten Gefechtsstandes mit den Arbeiten an einem modernen zweietagigen Bunkerneubau. Das Projekt 16/06/608 sollte unter dem Einsatz neuer Technologien (Betonschlitzwände) ausgeführt werden und 108 Mio. Mark kosten. Nach dem unvermeidlichen Baustopp im Herbst 1989 schüttete man die zum Teil schon ausgehobene Baugrube zu. Bis Ende September 1990 wurde noch das Hallendach fertiggestellt. Der Bunkerrohbau verblieb unter dem Hallenboden. Reste finden sich heute lediglich in Form der Kranbahn, die ein Metallbaubetrieb nutzt.

Unweit des GS-31 befand sich die verbunkerte Führungsstelle der Rückwärtigen Dienste der 1. LVD. Als abgesetzte Sendestelle fungierte das Funksendeamt 3 bei Calau.

Fotos





Schleusenbereich



Notausstieg/Montageschacht



Lagezentrum







UG 1 - Filteranlage





UG 1 - Arbeitsräume





UG 1 - Verbindungsgang





UG 2 - Na-Verteilung



UG 2 - Sanitäranlagen/Medpunkt



UG 2 - Verschiedenes



UG 3 - Wasserversorgung



UG 3 - Akkuraum



UG 3 - Verschiedenes





Verbindungstreppen

Quellen

Bergner, Paul: "Programm Delphin", Heinrich-Jung-Verlagsgesellschaft mbH,
Zella-Mehlis/Meiningen 2007
www.fuko-kolkwitz.de
www.kbf-gs31.de


© 2007 Jens Herbach