FührungsbunkerSöllichau, HNZ-63/WE-13In einem 75 ha großen, HSA-gesicherten Areal auf dem Gelände des 1945 zerstörten Werkes Buche der "Deutschen Sprengchemie" begann 1976 die Errichtung eines verbunkerten Gefechtsstandes für den territorialen Militärbezirk III. Bis zur Inbetriebnahme am 17.07.1979 entstanden im Waldgebiet der Gemarkung Durchwehna sechs Bunker der Schutzklasse E, davon vier Stabsbunker, ein technischer Sicherstellungsbunker (Wasserwerk, NEA) und ein Nachrichtenbunker mit Anbauten für mobile Sendetechnik. Die Personalzugänge wurden gut getarnt. Die gesamte Anlage soll rund 20 Mio. Mark gekostet haben. Der Feldführungs-Gefechtsstand des MB III befand sich bei Mosel.
Der Nachrichtenbunker besteht aus sechs Garagenteilen GG FB-75 (je 33 m lang, mit Torzufahrten), einem zweigeschossigen monolithischen Zugangsbauwerk und zwei Verbindungsbauteilen. Der Bunker wurde für 250 Mann ausgelegt. Die baugleichen Stabsbunker sind aus drei 12,5 m langen Fertigteilbunkern FB-75 und einem monolithischen Zugangsbauwerk (8,4 x 7,6 m) zusammengesetzt. Im durchgängig zweigeschossig ausgebauten Bauwerk wären 75 Offiziere untergebracht worden. Zwei Kleinbunker FB-3/M dienten der geschützen Unterbringung der Wachmannschaft. Komplettiert wurde die Anlage durch Wach- und Stabsgebäude, Nachrichtenkabel-Anschaltpunkte, zwei Außenbrunnen, 41 Kfz-Deckungen und einen Hubschrauberlandeplatz. Die drahtlose Kommunikation erfolgte über zwei Erdantennenfelder. Auf dem Standort-Übungsplatz Bad Düben befand sich eine Fla-Raketenstellung zur Sicherung des Gefechtsstandes.
Die 48 Mann starke Wartungseinheit 13 hatte einzig und allein die Aufgabe, das streng geheime Objekt in der Dübener Heide einsatzbereit vorzuhalten - bis zum 03.10.1990 im Dienst der NVA, danach für die Bundeswehr. Diese gab die Bunkeranlage 1993 auf und beräumte einen Großteil der vorhandenen Technik. Um den zunehmenden Schäden durch Vandalismus ein Ende zu bereiten, wurde das Objekt 1997 zum technischen Kulturdenkmal erklärt und der Ausbau zum Museum in die Wege geleitet. Am 24.04.2002 konnte das "Militär-Museum Kossa" eröffnet werden. Zahlreiche zusammengetragene Exponate aus der NVA-Geschichte lassen den ehemaligen Ausweichgefechtsstand des MB III zu einem lebendigen Museum für Militärgeschichte werden, das im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann. Bisher wurden vier Bunker für die Besucher neu eingerichtet. Ein fünfter Museums-Bunker beinhaltet u.a. eine Ausstellung zum Werk Buche der "Deutschen Sprengchemie", die zu besonderen Anlässen besichtigt werden kann. Die Anlage bei Söllichau ist die letzte, weitgehend original erhaltene von ehemals vier baugleichen Bunkeranlagen auf dem Gebiet der DDR. Weitere Informationen und aktuelle Termine gibt es unter www.bunker-kossa.de und www.nva-bunker.de.
Fotos
Die gelb markierten Fotos wurden bereitgestellt von www.abenteuer-heimat.de. Vielen Dank!
Die blau markierten Fotos wurden von A. Riedel bereitgestellt. Vielen Dank!
Die Veröffentlichung der aktuellen Fotos erfolgt mit freundlicher Genehmigung der "Naturkunde und Militärgeschichte der Dübener Heide gGmbH" im Militär-Museum Kossa.
  
TO 009 - Rechenzentrum
  
  
  
TO 010 - Nachrichtenbunker
 
  
  
  
  
TO 011 - Technikbunker
  
  
  
TO 012 - Befehlsbunker
  
  
TO 016 - Anschaltpunkt

  
NVA-Objekt um 1993/94
  
  
QuellenBergner, Paul: "Programm Delphin", Heinrich-Jung-Verlagsgesellschaft mbH, Zella-Mehlis/Meiningen 2007 Best, Stefan: "Geheime Bunkeranlagen der DDR", Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2004
© 2007 Jens Herbach
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