Verborgenes und Verbotenes im Osten


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Luftschutzbunker
Dresden-Dobritz, VEB Milchwerke

Um 1975 entstand im Dresdner Stadtteil Dobritz ein moderner Neubau der milchverarbeitenden Industrie. Neben mehreren Produktionshallen errichtete das "VEB Landbaukombinat" auch ein mehrstöckiges Verwaltungsgebäude.
Im Kellergeschoss des Fertigteilbaus wurden umfangreiche Anlagen für die Heizung und Wasserversorgung untergebracht, den größten Teil reservierte man jedoch für Zwecke der Zivilverteidigung. Zwischen den zwei Treppenhäusern wurde ein geschützter Kellerabschnitt für die Belegschaft eingerichtet, hinter einer weiteren Schleuse der Bunker für die Werksleitung. Beide Bereiche verfügten über getrennte Belüftungsanlagen und eigene KDWD. Vom "Führungsbunker" aus bestand ein Notausstieg vor das Gebäude. Der nur 80 cm hohe Kriechtunnel ist selbst unter normalen Bedingungen schwer passierbar - nicht auszudenken, welche Szenen sich dort im Ernstfall abgespielt hätten ...
Nicht gespart hat man hingegen bei den Drucktüren: Immerhin gibt es fünf GDT 100, die in ihren Abmessungen manchen NVA-Gefechtsstand übertreffen. Ein Schwachpunkt waren allerdings die zahlreichen Lichtschächte.

Spätestens mit dem Hochwasser im August 2002, das in den unterirdischen Versorgungstunneln und auch im Keller des Verwaltungsgebäudes immense Schäden anrichtete, wurde die zuletzt von "Sachsenmilch" betriebene Fabrik aufgegeben. Das ungesicherte Gelände ist heute verwüstet und eine erhebliche Gefahrenquelle. Der Abriss scheint somit nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

3D-Modell

Grundriss

1 - Belüftungsanlage, 2 - Wasserversorgung, 3 - Schleuse, 4 - Notausstieg

Fotos





Schleusenbereiche







Notausstieg



Belüftungsanlagen





Wasserversorgung



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© 2007 Jens Herbach