FührungsbunkerDresden, WK 2Im Osten von Dresden befindet sich die wohl interessanteste Stollenanlage der Stadt mit überraschender Größe. Entstanden ist sie während des Zweiten Weltkrieges für die "Höhere SS- und Polizeiführung Elbe, Standort Dresden" als Ausweich-Befehlsstand des SS-Generalleutnants Ludolf-Hermann von Alvensleben (17.03.1901 - 01.04.1970). Nach der Zerstörung des Dienstgebäudes in der Devrientstraße in der Nacht vom 13. zum 14.02.1945 wurde das Stollensystem bezogen. Es besteht aus zwei parallelen, ca. 60 m langen Gängen, teils mit gefliestem Boden, die durch mehrere Querschläge verbunden sind. Reste der Ausmauerungen mit eingezogenen Zwischendecken und Stahlträgern zeugen von der Nutzung. Auch Betoneinbauten sind auffindbar. Noch zu Beginn der 90er Jahre konnte die Anlage, die fast auf Geländeniveau liegt, durch zwei Zugänge relativ bequem betreten werden. Nach der Vermessung und Kartierung durch das Bergamt Freiberg im Jahr 1993 verschloss man die Zugänge 1994/95 durch Betonplomben. Im Mai 1996 wurde das Umfeld zum Naturdenkmal erklärt. Die Reste der vorgelagerten Wach- und Garagengebäude ließ das Forstamt 2003 abreißen. Eine weitere Öffnung gab es in ca. fünf Meter Höhe in der Felswand, mit einer kleinen Plattform auf alten Straßenbahnschienen davor.
Im Frühjahr 2007 war wieder Aktivität am Stollen zu verzeichnen: Aus dem bisher verplombten Zugang Ost wurde Mitte April ein handliches Stück Beton herausgesägt, die zwei "Schlupflöcher" verschloss man hingegen. Die Plattform am Fels wurde abgebrochen. Das Innere des Berges war für kurze Zeit inoffiziell zugänglich, danach erhielt der Hauptzugang eine dezente Gittertür.
Oberhalb der Stollenanlage befinden sich die Reste einer MG-Stellung. Das Gebäude besteht aus Ziegelmauerwerk, dessen Dicke den militärischen Zweck erkennen lässt. Der grobe "Wald-und-Wiesen-Beton" des Daches wurde sicher mit Schotter vor Ort zusammengerührt. Zumindest beim Bewehrungsstahl hat man damals nicht gespart. In einem nahe gelegenen Bachtal gibt es noch zwei kleinere Bauwerke im Talhang, die ursprünglich wohl der Wassergewinnung oder als Sprengstofflager dienten. Das größere besitzt ebenfalls eine massive Betondecke, könnte also als geschützte Wasserversorgung für den Führungsbunker genutzt worden sein.
Vor einigen Jahren glaubte man (bzw. die BILD-Zeitung), in den Stollen einen Hinweis auf das Bernsteinzimmer finden zu können. Reste der Suchaktion in Form von Schubkarre und Schaufel finden sich noch im Inneren des Berges. Mittlerweile ist jeder Quadratmeter Ziegelmauer, der einen Hohlraum verbergen könnte, aufgebrochen worden. Die erhofften Schätze waren offensichtlich nicht dahinter ...
3D-Modell
Grundriss
Abmessungen: 70 x 30 m Nettogrundfläche: 750 m² 1 - Zugang, 2 - Medieneinführung
Fotos
Die gelb markierten Fotos wurden von Peter aus Dresden bereitgestellt. Vielen Dank!

Zugänge
  
 
Stollen
  
  
  
  
  
  
MG-Posten
  
Bauwerke im Talgrund
 
Quellende.wikipedia.org www.team-delta.de Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V.: "Dresdner Heide", Berg- und Naturverlag Rölke, Dresden 2006
© 2008 Jens Herbach
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